Als Reaktion auf die angestrebten Veränderungen des § 218 im Jahr 1971 schrieb die damals 14-jährige Barbara Witzgall einen Artikel für ihre Schülerzeitung. Darin ging es um den Vorgang einer Abtreibung aus Sicht des heranwachsenden Babys. Sie wollte zeigen, dass sich ein Kind im Mutterleib vermutlich nur eines wünscht, nämlich geboren zu werden.
Die Leidenschaft für das Leben hat seither Barbara Witzgalls Leben geprägt. Seit 2009 unterstützt sie das Internet-Team von Pro Femina. „Früher wusste ich nicht, wie ich zu den Frauen, die in einer konkreten Situation Hilfe brauchen am besten Kontakt aufnehmen kann”, beschreibt sie die einschneidenden Veränderungen durch Online-Beratung, “jetzt habe ich sie in meinem Wohnzimmer“.
Viele schwangere Frauen suchen täglich nach Informationen im Internet. Pro Femina e. V. konnte zahlreichen von ihnen helfen. Der größte Vorteil ist die Anonymität im Internet, die es Betroffenen erleichtert, sich zu öffnen und Dinge zu erzählen, die sie manchmal ihrer besten Freundin nicht anvertrauen würden. Auch der Beraterin erleichtert das die Arbeit, denn sie kann schnell zu den eigentlichen Problemen vordringen.
„Mit unserem Projekt 1000plus möchten wir die bundesweite Beratung und Hilfe für Schwangere stärker vernetzen und ausbauen. Der nächste konkrete Schritt soll die Eröffnung einer Beratungsstelle in Dresden sein“, sagt Witzgall. Notwendig ist dieser Schritt, da sich aus den Online-Kontakten und Telefonaten mit Betroffenen oft ein Beratungsgespräch vor Ort ergibt. Und das geht bisher nur in Heidelberg.
Barbara Witzgall steht nun vor der schwierigen Aufgabe, die finanziellen Mittel für den Ausbau der Schwangerenberatung zusammen zu bringen. Die Arbeit von Pro Femina wird nämlich rein aus Spenden finanziert. „Ich brauche 575 Menschen, die bereit sind 10 Euro pro Monat zu spenden, damit wir die erste Beraterin einstellen können“, rechnet Witzgall.
„Ich begegne in den Internetforen so großer Not… Früher dachte ich, dass manche Frauen dem Leben eine andere Bedeutung beimessen als ich, dass ihnen das Leben einfach nicht so viel wert ist wie mir. Aber das ist nicht so. Die Frauen wissen, dass es um ihr Baby und nicht um einen Zellklumpen geht. Tatsächlich treiben aber ganz viele Frauen unfreiwillig ab, weil sie unter enormem Druck stehen. Und diesen Frauen müssen wir helfen, und können wir helfen“, beschreibt Witzgall ihre persönliche Motivation sich unermüdlich für Mütter und ihre ungeborenen Kinder einzusetzen.
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Pro Femina e.V. in DRESDEN | Projekt 1000plus
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