KOMMENTAR
„Da war doch noch nichts“, sagte mir neulich die 19-jährige Sandra* über ihre zwei Schwangerschaften, die durch Abtreibungen nach wenigen Wochen endeten. Und eine Beraterin*, die häufig mit ungewollt Schwangeren zu tun hat bestätigt: „Es gibt die wildesten Theorien, mit denen vor allem junge Schwangere versuchen, eine Abtreibung zu rechtfertigen. Dadurch werden sie innerlich hart.“
Das Lehrbuch sagt: Die Entwicklung eines Menschen beginnt mit der Befruchtung. **
Ein Mensch ist ein Mensch ab dem Zeitpunkt der Verschmelzung von männlicher und weiblicher Keimzelle. Es gibt keine nachvollziehbaren Gründe, von einem früheren oder späteren Zeitpunkt auszugehen. Inzwischen gibt es Bilder***, die dies eindrucksvoll zeigen. Bei der Befruchtung wird ein neuer menschlicher Organismus gebildet. Dieser ist nicht nur von Anfang an ein Mensch, sondern auch von Anfang an ein bestimmter, einzigartiger Mensch. Was ihn einzigartig macht, steckt in der kleinen Struktur von Zellen in den ersten Tagen im Mutterleib genau so wie in dem fertigen Körper eines Neugeborenen.
Obwohl sie ihre damaligen Beweggründe nach wie vor für überzeugend hält, sagt Sandra heute: „Natürlich bin ich traurig, weil wegen mir zwei fröhliche Kinder nicht leben dürfen.“
Einen Menschen zu töten ist mit wenigen Ausnahmen – wie zum Beispiel Notwehr – ein Verbrechen. Und obwohl die Tötung eines Menschen, der noch nicht geboren ist, in Deutschland unter bestimmten Umständen straffrei ist, bleibt auch sie ein Unrecht.
* Der richtige Name ist der Redaktion bekannt, wird jedoch aus Gründen der Diskretion nicht veröffentlicht.
** Sadler, Thomas W./Langman, Jan: Medizinische Embryologie: die normale menschliche Entwicklung und ihre Fehlbildungen, 10. Aufl., Stuttgart, 2003, S. 2.
*** Nilsson, Lennart, u.a.: Wie ein Kind entsteht, München, 2009.